< Zehn Stunden in der Woche würden ausreichen

„Wer arbeitet, hat Lohn verdient“

Vor 300 Jahren wurde am 7. Mai der Zeitgenosse von John Wesley, David Hume, geboren

Dieses Wort hat, so überliefert es der Evangelist Lukas, Jesus von Nazareth seinen Leuten mit auf den Weg gegeben. Wenn sie den Menschen die gute Nachricht von Gottes Reich bringen und mit ihr Gottes Frieden, dann steht ihnen dafür als Lohn Essen und Trinken zu. Dies auf jeden Fall, aber auch nicht weniger. Nachzulesen bei Lukas im 10. Kapitel des Evangeliums in den Versen 1-20.  Die Frage, welche Motive den Menschen dazu bewegen, zu arbeiten, sich anzustrengen, hat auch den  großen  schottischen Aufklärer  und Wegbereiter der modernen westlichen Philosophie, David Hume bewegt, der am 7. Mai 1711 in Edinburg das Licht der Welt erblickte. Welchen Einfluss dieser Gelehrte auf andere  seiner Zunft ausübte, macht der Ausspruch von Immanuel Kant deutlich, Hume habe ihn aus „dogmatischen Schlummer gerissen“.  Auf die Frage also nach den Motiven für die Arbeit gibt Hume folgende Antwort: „Es sind dies erstens der Wunsch zu konsumieren, zweitens der Wunsch zu handeln und sich den Herausforderungen zu stellen, drittens der Wunsch, seinen Leidenschaften nachzugehen, und viertens der Wunsch, Gewinn zu machen.“ Man kann diese Begründung nicht lesen, denke ich, ohne dass man sich fragt, wie es sich bei einem selber verhält. Auf jeden Fall kannte Hume den Menschen und was er über dessen Arbeit sagt, geht auch heute nicht daneben. Mich hat es angeregt, im alphabetischen  Wortregister der Lutherbibel (Konkordanz nennt man ein solches Buch) unter Arbeit, arbeiten, Arbeiter nachzuschlagen und dabei habe ich gemerkt, wie sehr das Thema „Arbeit und Lohn“  in der ganzen Breite und Fülle der biblischen Überlieferung zum Tragen kommt.  Auch die menschlichen Erfahrungen bei und mit der Arbeit, ihrem Lohn, werden pointiert angesprochen. Da ist vom Schweiß die Rede, der bei der Arbeit fließt, aber auch davon, dass ein Mensch fröhlich bei seiner Arbeit sein kann.  Freilich bleibt ein gewisser „Frust“ bei aller Arbeit nicht aus. Luthers Übersetzung von V. 11 im Psalm 90, vergangenen Generationen wohl bekannt, spricht ihn aus:  „Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre, und wenn’s köstlich gewesen ist, so ist’s Mühe und Arbeit gewesen.“ Daran ändert auch nichts die Lebenserwartung, wie sie von den Versicherern in den Sterbetabellen berechnet und hochgesetzt wird. Das Tempo bestimmt unser Zeitgefühl.  Dass Arbeit zum  Menschen gehört, ist nun durchgängige  Aussage der biblischen Zeugnisse. Das Recht auf Arbeit ebenso wie die Pflicht zur Arbeit. Und dazu  hat  sie ihren Lohn. Gerecht soll er sein.  Das ist schnell geschrieben, die Wirklichkeit des Lebens, zumal in einer globalisierten Welt, jedoch sehr widersprüchlich. Wo Arbeit  aber ihren verdienten Lohn findet, gibt sie Menschen, die sich vom Geist Christi bestimmen lassen, zugleich eine große Freiheit, mit anderen zu teilen. Etwas haben, nicht nur für sich selber, sondern  auch für andere, das ist der Glanz, der auf gesegnetem Tun liegt. John Wesley, Zeitgenosse von David Hume, hat Christen darum als geistlichen Ratschlag mitgegeben: „Erwirb, so viel du kannst. Spare, soviel du kannst. Gib, soviel du kannst.“ Es lohnt sich für uns alle, wenn sich Arbeit lohnt.  Der schönste Lohn wäre es für viele noch immer, wenn sie wieder Arbeit fänden. Am Lohn allein kann  man das nicht fest machen, sondern dazu bedarf es des Willens, wieder auf Gottes Gebot  zu hören und klug werden, wach fürs Leben. Das sollte niemand verschlafen. TR